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Die zwei Wahrheiten im Leben von Adoptierten

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Gibt es jemanden da draussen, der so verzweifelt war, wie ich in meiner Jugend? Absolut haltlos, nirgendwo richtig zugehörig, traurig, grunddepressiv? Bestimmt gibt es euch da draussen. Für euch schreibe ich diesen post. Das Grundgefühl in meiner Jugend war das einer Art Aussenseiterin, die nirgends so ganz dazuzugehören schien, nicht ganz hineinpassen wollte in diese Welt, in der sich alle anderen so selbstverständlich bewegten.   Es war ein seltsames Gefühl, das sich im Rückblick manchmal so anfühlt, als wäre eine hauchdünne Glaswand zwischen mir und den anderen, ich sehe sie, ich kann mit ihnen sprechen, und doch erreiche ich sie nicht ganz, bin ich auf Distanz, denke, fühle, verhalte mich leicht anders als sie. Das brachte mir oft den Ruf ein, arrogant zu sein. Davon hätte ich nicht weiter entfernt sein können. Und es frustrierte mich unendlich. Manches davon schob ich bereits damals auf die Tatsache, dass ich meine leiblichen Eltern nicht kenne und somit mei...

Mein leiblicher Vater hat mich von ganzem Herzen geliebt

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Wie im letzten post angekündigt möchte ich dir heute beschreiben, wie es mir gelang, mich mit meinem leiblichen Vater, den ich nicht einmal kenne, "rückzuverbinden" und diesen so abgespaltenen Teil von mir zurückzuerobern. Es ist sehr persönlich, aber das Unglaublichste, Berührendste was mir je in meinem Leben passiert ist. Und ich möchte es mit dir teilen. In der Pubertät tauchte plötzlich dieser Vater an die Oberfläche eines Meeres, das ich bis dahin spiegelglatt und ruhig gewähnt hatte. Es übermannte mich gefühlt aus dem Nichts. Der erste Trauerschub. Und wieder eine Identitätskrise. Wie nie zuvor sehnte ich mich plötzlich nach seiner in meiner Vorstellung starken Schulter, an die ich mich lehnen konnte, nach seinem Gegenüber, nach seinem Vorbild. Und vor allem nach einem EBENBILD. Danach, mich erkennen zu können in seinen Gesichtszügen. Wiederzuerkennen. Zu finden, und dadurch vielleicht neu zu erfinden.  Ich weinte bittere Tränen. Um einen Va...

"Check grad niente" und die Frage "Was hat das mit mir zu tun?"

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Vielleicht fragst du dich beim lesen meiner posts teilweise „von was zum Teufel redet die Frau da? Check grad niente.“ Ich befinde mich nun schon einige Zeit (mehrere Jahre) in diesem Prozess, und viele Gedanken und Techniken sind mir mittlerweile zur zweiten Natur geworden und somit sehr vertraut. Ich weiss aber noch, wie es mir am Anfang ging. Da ploppte in meinem Kopf mehrfach ebendieser Eingangssatz auf. Am Anfang tat ich mich entsetzlich schwer gerade mit diesem Perspektivenwechsel, von dem ich im ersten Artikel "Von Krisen in der Lebensmitte und "Bibeln"" geschrieben habe. Mit diesem "Vom Aussen ins Innen". Mit dem Ding, dass das was ich draussen vorfinde mir mein Inneres spiegelt. Mit diesem ewigen, sofortigen:  „Was hat das mit mir zu tun?“   wenn etwas im Aussen mich schmerzte, mir Schwierigkeiten bereitete.                                    by S...

Die Wurzeln unseres Baumes sind unsere leiblichen Eltern - ob es uns passt oder nicht

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Die leiblichen Eltern sind für Adoptierte (da es da direkt ans Eingemachte, nämlich an das Adoptionstrauma geht), aber sicher auch für einige nicht-adoptierte Menschen, ein schwieriges Thema. Ich selbst habe lange Zeit einen Bogen drum herum gemacht. Einen riesengrossen Bogen. Es ist ein wunder Punkt, einer, über den ich Zuckerguss gestreut hatte, damit er nicht so weh tut. Ich habe ja im post "über mich" mein Geschichtchen geschildert, das ich schnell erzählte, wenn mich jemand nach diesen leiblichen Eltern fragte. Eigentlich wollte ich wenn möglich gar nichts mit ihnen zu tun haben. Sie waren abstrakt. Sie existierten nicht. Und doch: irgendwann wurde ich 2019, im Zuge meiner Lebenskrise, wieder durch Eva-Maria Zurhorst, mit dem Gesicht hineingestossen in folgende Tatsache:  es ist immens wichtig, gerade für uns Adoptierte, aber letztendlich für alle Menschen, dass wir das Verhältnis zu unseren (leiblichen) Eltern in Ordnung bringen! Warum? Das habe ich mich lange au...