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Posts mit dem Label "Adoptionstrauma" werden angezeigt.

Kunsttherapie: nix mit "bisschen malen gehen"

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Ein weiterer Baustein, der mich einen entscheidenden Schritt weiterbrachte, war ein Biografieseminar, das ich als Weiterbildung besuchte. Auch dies bei einer wunderbaren, top ausgebildeten Frau: Natalie Danzeisen. Im Biografieseminar ging es darum, eine Biografierolle zu gestalten, um Zusammenhänge sichtbar zu machen, Muster zu erkennen und auch zu verstehen, wie die Vergangenheit die Zukunft beeinflusst und welche Ressourcen einem durch die Vergangenheit bei der Gestaltung der Zukunft zur Verfügung stehen. Für mich war es eine Möglichkeit zu erkennen, dass ich ab jetzt neue Entscheidungen treffen kann und damit beginnen muss, eine Vergangenheit loszulassen, die mich ultrafest im Würgegriff hatte.  Zeitlich ist dieses Biografieseminar eher am Beginn meiner Krise angesiedelt; bzw. mittendrin. Als Ergänzung und Vertiefung besuchte ich dann noch Kunssttherapiestunden bei Natalie.  Dazu später mehr.  Im Biografieseminar wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie fern...

Runde 55, die finale Verarbeitung der Verlustangst

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Für Hartgesottene. Ich wünsche eigentlich niemandem, dass er/sie die Verlustangst, oder die Bindungsangst, oder eine andere Angst, die mit unserem Adoptionstrauma zusammenhängt, auf diese Art verarbeiten muss.  Ich glaube, nur dadurch, dass ich mich schon über längere Zeit in dieser Krise befand, schon einiges durchgestanden und überlebt hatte, war ich fähig, diese krasseste aller Hürden zu nehmen.  Naja, und irgendwo habe ich gelesen, dass das Leben einen dann mit der Verarbeitung konfrontiert, wenn man stark genug ist dafür. Wow. Okay. Zwei, drei, vier Wochen lang musste ich da durch. Der Wahnsinn.  Die konzentrischen Kreise, in denen Erkenntnisse in mich hineinsackten, bezogen sich auch auf die Art und Weise, wie ich immer mehr zum harten Kern, zur grössten Angst, zur grössten Wunde in mir vordrang. Dabei war es eher ein passiver denn ein aktiver Prozess. Ich wurde dahin geschubst. ES schubste mich. Ob ich wollte oder nicht.  Der Auslöser? Der vorüb...

Die zwei Wahrheiten im Leben von Adoptierten

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Gibt es jemanden da draussen, der so verzweifelt war, wie ich in meiner Jugend? Absolut haltlos, nirgendwo richtig zugehörig, traurig, grunddepressiv? Bestimmt gibt es euch da draussen. Für euch schreibe ich diesen post. Das Grundgefühl in meiner Jugend war das einer Art Aussenseiterin, die nirgends so ganz dazuzugehören schien, nicht ganz hineinpassen wollte in diese Welt, in der sich alle anderen so selbstverständlich bewegten.   Es war ein seltsames Gefühl, das sich im Rückblick manchmal so anfühlt, als wäre eine hauchdünne Glaswand zwischen mir und den anderen, ich sehe sie, ich kann mit ihnen sprechen, und doch erreiche ich sie nicht ganz, bin ich auf Distanz, denke, fühle, verhalte mich leicht anders als sie. Das brachte mir oft den Ruf ein, arrogant zu sein. Davon hätte ich nicht weiter entfernt sein können. Und es frustrierte mich unendlich. Manches davon schob ich bereits damals auf die Tatsache, dass ich meine leiblichen Eltern nicht kenne und somit mei...

Mein leiblicher Vater hat mich von ganzem Herzen geliebt

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Wie im letzten post angekündigt möchte ich dir heute beschreiben, wie es mir gelang, mich mit meinem leiblichen Vater, den ich nicht einmal kenne, "rückzuverbinden" und diesen so abgespaltenen Teil von mir zurückzuerobern. Es ist sehr persönlich, aber das Unglaublichste, Berührendste was mir je in meinem Leben passiert ist. Und ich möchte es mit dir teilen. In der Pubertät tauchte plötzlich dieser Vater an die Oberfläche eines Meeres, das ich bis dahin spiegelglatt und ruhig gewähnt hatte. Es übermannte mich gefühlt aus dem Nichts. Der erste Trauerschub. Und wieder eine Identitätskrise. Wie nie zuvor sehnte ich mich plötzlich nach seiner in meiner Vorstellung starken Schulter, an die ich mich lehnen konnte, nach seinem Gegenüber, nach seinem Vorbild. Und vor allem nach einem EBENBILD. Danach, mich erkennen zu können in seinen Gesichtszügen. Wiederzuerkennen. Zu finden, und dadurch vielleicht neu zu erfinden.  Ich weinte bittere Tränen. Um einen Va...